Unsere Tätigkeitsfelder

Hier finden sich nähere Informationen zu unseren verschiedenen Tätigkeiten. Bei Interesse mitzumachen, Anregungen und Feedback kontaktiert uns sehr gerne über info@globales-lernen-harburg.de Wir freuen uns!

Stadtteilarbeit

Im Rahmen unserer Stadtteilarbeit wollen wir, Themen, die die Menschen vor Ort in Harburg (lokal) bewegen, in größeren Zusammenhängen (global) betrachten und eine Verbindung zwischen beidem herstellen. Gemeinsam mit den Stadtteilbewohner*innen wollen wir gesellschaftliche Veränderungsprozesse anstoßen, hin zu mehr Gerechtigkeit. Wir gehen davon aus, dass die Menschen vor Ort Expert*innen ihrer Leben sind und damit entscheidende Ideen für Veränderungen bereits vorhanden sind. Wir verstehen uns als Begleiter*innen dieser Prozesse.

In unserer Stadtteilarbeit befassen wir uns seit einiger Zeit schwerpunktmäßig mit Harburgs kolonialer Verflechtungsgeschichte und kolonialen Kontinuitäten.

Aktuell realisieren wir in Zusammenarbeit mit den beiden migrantischen Selbstorganisationen Taimakóo e.V., KAMI e.V. und dem Fachamt Sozialmanagement Harburg kleinere Projekte: Wir informieren und sensibilisieren zum Thema auf Stadtteilfesten wie „Harburg feiert Vielfalt“ oder „Demokratopia“. Wir entwickeln eine Bauzaunausstellung im öffentlichen Raum, um niedrigschwellig über Harburgs koloniale Verflechtungsgeschichte und ihre Folgen bis in die Gegenwart aufzuklären. Diese Ausstellung wird in einige Integrationskurse, die Taimakóo anbietet, integriert.

Die Kooperation mit Taimakóo und KAMI geht auf eine Anfrage des Bezirks Harburg zurück, ob wir an der Umsetzung des Konzeptpapiers „Modellregion ‚Harburg dekolonisieren‘“ mitwirken wollen. Und sie hat das Ziel, gemeinsam ein größeres Projekt zu konzipieren und umzusetzen.

Das Konzeptpapier „Modellregion ‚Harburg dekolonisieren‘“ ist wiederum Ergebnis der Denkwerkstätten – eines Beteiligungsprozesses, der 2023/2024 stattfand – nach dem Beschluss der Bezirksversammlung Harburg, ein Konzept für ein „Mahnmal zum kolonialen Erbe der Stadt Harburg“ zu erarbeiten. Dieser Prozess brachte Bürger*innen und verschiedene Stadtteilöffentlichkeiten an der Schnittstelle von Kultur, Kunst und Wissenschaft zum Thema in den Austausch. Entstanden ist ein Maßnahmenkatalog für ein würdiges Gedenken, Erinnern und Vermitteln von Wissen, der im Konzeptpapier aufgenommen wurde. Im Mittelpunkt steht eine vielfältige und mehrdimensionale Dekolonisierung – ein Arbeits-, Vermittlungs-, Verstehens- und Reflexionsprozess, der sich durch alle Bereiche des Zusammenlebens in Harburg zieht.

Nur so kann man dem gerecht werden, dass der Hafenstandort Harburg im 19. Und 20. Jahrhundert ein europaweit wichtiges Zentrum zur Verarbeitung von „Kolonialwaren“ war und davon maßgeblich geprägt wurde – baulich, wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell und politisch.

Wir kooperieren mit Schulen aus dem Bezirk Harburg. Um nachhaltiges und wirkungsvolles Lernen zu ermöglichen, entwickeln wir gemeinsam mit Schüler*innen längerfristige Projekte, die an deren Interessen und Lebenserfahrungen orientiert sind. Wir arbeiten eng mit Lehrkräften zusammen, um unsere projektförmige Bildungsarbeit sinnvoll mit Unterrichtsinhalten zu verbinden.

In der Vergangenheit führten wir kürzere Workshops an Schulen durch (1-2tägige Projekttage bis hin zu maximal einer Woche (Verweis auf ehemalige Projekte)). Gerade befinden wir uns in der Entwicklung und Erprobung längerer Bildungsformate. Im Schuljahr 2026/2027 findet unser Pilotprojekt in Kooperation mit der Elisabeth-Lange-Schule statt. Gemeinsam mit Schüler*innen aus der Oberstufe entwickeln wir ein stadtteilbezogenes Projektvorhaben, das sich mit der kolonialen Vergangenheit Harburgs und deren Auswirkungen befasst. Dieses Projekt wird während des gesamten Schuljahres in den Profilunterricht eingebunden und endet mit einer intensiven Arbeitsphase im Rahmen einer Projektwoche kurz vor den Sommerferien. Das Projekt wird von uns ausführlich dokumentiert und ausgewertet. 

Wir entwickeln Fortbildungsreihen, die aktuelle globale und gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen. In unseren Fortbildungen setzen wir uns kritisch mit den bestehenden Strukturen von Macht und Diskriminierung auseinander, die soziale Ungleichheiten herstellen und festigen – global und lokal. Wir befassen uns mit Möglichkeiten, wie wir in unserer jeweiligen Praxis, Machtverhältnissen bewusst begegnen und entgegenwirken können. Besonders wichtig ist uns, Perspektiven hörbar und erfahrbar zu machen, die bisher wenig beachtet werden und von diesen zu lernen.

Die nächste Fortbildungsreihe bieten wir voraussichtlich 2028 an – eine gute Idee dafür haben wir bereits. 😉 2026 und 2027 planen wir einzelne Workshops und Veranstaltungen. Zum einen haben wir feste Kooperationspartner*innen wie STUBE Nord, den Lernort KulturKapelle und das Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen, mit denen wir regelmäßig Veranstaltungen durchführen. Zum anderen freuen wir uns immer über neue Kooperationen – wie z.B. bei dem Workshop mit Daniela Konrädi zu „8×3 zeigt Vielfalt“ oder der Performance „True Crime Story – Warum die Vergangenheit die Haut der Erde füllt“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus Harburg & Süderelbe (beides Anfang 2026).